Karriere-Blog
„BINDUNG IST DAS NEUE RECRUITING“
| Namen: | Christian Brenker und Rafael Knossalla |
| Das machen wir im EvKB: | Referent für Personalmarketing (Christian Brenker) / Pflegerische Fachbereichsleitung Operative Medizin (Rafael Knossalla) |
| Das haben wir gelernt: | Studium Organisationsentwicklung und Management (Christian Brenker) / Gesundheits- und Krankenpfleger & Studium Health Communication (Rafael Knossalla) |
| Das Beste an unseren Jobs ist: | Dass ich ein Themenfeld weiterentwickeln darf, das unsere Mitarbeitenden als Entlastung und Wertschätzung empfinden (Christian Brenker) / Dass ich mit ganz vielen kompetenten und motivierten Menschen zusammenarbeite (Rafael Knossala) |
| Das EvKB als Arbeitgeber ist: | Unverzichtbar und Teil eines Stiftungsverbundes, dessen Arbeitsfelder sehr essentiell für unser gesellschaftliches Miteinander sind (Christian Brenker / Rafael Knossalla) |
| Ich mache den Unterschied, weil…: | ich mich mit meinen Talenten für unseren Auftrag im Team gut einbringen kann (Christian Brenker) / Wir als Individuen das Team stärker machen (Rafael Knossalla) |
| Das möchten wir unseren Kolleginnen und Kollegen gerne sagen: | Die Rahmenbedingungen in unserem Arbeitskontext werden sich weiter herausfordernd und dynamisch entwickeln. Lasst uns wertschätzend und verbindlich im Miteinander bleiben (Christian Brenker) / Dass ich froh bin, dass wir zusammenarbeiten und ich alle sehr schätze (Rafael Knossalla) |
Interview
Herr Brenker, Herr Knossalla – warum ist es aus Ihrer Sicht so wichtig, Mitarbeitende nicht nur zu gewinnen, sondern auch langfristig zu binden?
Christian Brenker: Entscheidend ist, dass wir in unseren Teams – egal in welchem Bereich – Stabilität haben und ein gutes Miteinander leben. Ein Mix der Generationen, alle Team-Rollen und die Expertise verschiedener Berufsgruppen machen die Mischung aus. Hier braucht es die Erfahrung langjähriger Mitarbeitender genauso wie den frischen Wind von außen.
Als Arbeitgeber versuchen wir neben der bestehenden attraktiven Vergütung aufgrund der Anwendung unseres Tarifwerks AVR-DD und sicheren Rahmenbedingungen Maßnahmen zu entwickeln, die Mitarbeitende bei und neben der Arbeit zur Vereinbarkeit von Beruf und Freizeit und Familie entlasten. Im Vergleich zum Wettbewerb können wir uns hier sehen lassen: Das Siegel „Ausgezeichnet Familienfreundlich“ dokumentiert unser Engagement. Es gilt natürlich, all dies kontinuierlich weiterzuentwickeln. Vieles hängt selbstverständlich – wie überall in der Arbeitswelt – von Kommunikation und Führung ab. Die Unterstützung von Teams mit Maßnahmen wie z.B. die Gefährdungsbeurteilung „Psyche“ in den Teams und Teamentwicklungsprozesse sowie das Führungskräfteentwicklungsprogramm setzen hier an.
Rafael Knossalla: Für mich steht vor allem im Mittelpunkt, dass sich Mitarbeitende wohlfühlen. Wenn Menschen das Gefühl haben, Teil einer Gemeinschaft zu sein und sich im Team zuhause fühlen, können sie auch ihre beste Leistung erbringen. Und das wirkt sich am Ende direkt auf die Versorgung unserer Patientinnen und Patienten aus.
Bindung bedeutet für uns deshalb vor allem Kontinuität. Wir möchten Mitarbeitenden eine langfristige Perspektive bieten und nicht nur kurzfristige Lösungen schaffen. Ein gutes Onboarding, eine enge Zusammenarbeit im Team und eine Führungskraft, die nah an den Mitarbeitenden ist, spielen dabei eine große Rolle.
Wie entsteht diese langfristige Bindung im Alltag?
Rafael Knossalla: Das ist ein Zusammenspiel vieler Faktoren. Ein wichtiger Punkt ist natürlich das Miteinander im Team. Wenn Kolleginnen und Kollegen sich gut verstehen, vielleicht sogar gemeinsam angefangen oder sich gegenseitig ins Unternehmen empfohlen haben, entsteht eine ganz andere Verbindung.
Genauso wichtig ist aber die Rolle der Führungskraft. Es reicht nicht aus, nur zu schauen, ob jemand seine Aufgaben erledigt. Führung bedeutet auch, ansprechbar zu sein, zuzuhören und wahrzunehmen, wie es den Mitarbeitenden geht. Gerade auch dann, wenn es einmal schwierig wird. Diese Aufmerksamkeit schafft Vertrauen. Und Vertrauen wiederum schafft Bindung.
Christian Brenker: Ein weiterer Aspekt sind Entwicklungsmöglichkeiten. In einer Organisation wie dem EvKB und dem Krankenhaus Mara gibt es ein sehr breites Spektrum an Tätigkeiten und Fachbereichen. Das bietet Mitarbeitenden die Chance, sich weiterzuentwickeln, ohne unbedingt den Arbeitgeber wechseln zu müssen. Wer weiß, dass es mittel- und langfristige Perspektiven im eigenen Haus gibt, bleibt gerne.
Die Arbeit im Gesundheitswesen bringt auch besondere Herausforderungen mit sich. Wie gehen Sie damit um?
Rafael Knossalla: Natürlich ist unsere Arbeit mitunter emotional herausfordernd. Gerade in Situationen, in denen es um Krankheit, manchmal auch um Leben und Tod geht, braucht es Professionalität – aber auch Menschlichkeit. Viele Menschen bringen hier viel Herzblut mit.
Umso wichtiger ist es, dass Führungskräfte solche Situationen wahrnehmen und begleiten. Der Austausch im Team spielt dabei eine große Rolle. Man merkt schnell, wenn jemand Unterstützung braucht, und kann sich gegenseitig entlasten.
Christian Brenker: Darüber hinaus haben wir im EvKB und Krankenhaus Mara verschiedene Unterstützungsangebote, die Mitarbeitende in belastenden Situationen nutzen können. Dazu gehören beispielsweise seelsorgliche Angebote oder diverse Beratungsangebote. Als diakonischer Träger ist uns wichtig, dass Menschen nicht nur fachlich, sondern auch persönlich Unterstützung finden können.
Ein wichtiger Baustein für Bindung ist auch ein gutes Onboarding. Wie erleben neue Mitarbeitende den Start im EvKB und Krankenhaus Mara?
Christian Brenker: Ein gutes Ankommen ist tatsächlich ein zentraler Faktor für langfristige Bindung. Deshalb wird viel Wert darauf gelegt, dass neue Mitarbeitende früh Orientierung und Vernetzung erleben. Mit unseren Onboarding-Tagen wollen wir alle neuen Kolleginnen und Kollegen im ersten Monat nach ihrem Einstieg erreichen.
Dort geht es nicht nur um organisatorische Informationen, sondern auch um das Kennenlernen der Organisation, unserer Werte und die vielen unterschiedlichen Bereiche im EvKB und im Krankenhaus Mara. Gleichzeitig ist das eine gute Gelegenheit, sich untereinander zu vernetzen und erste Kontakte zu knüpfen.
Neben der Einarbeitung am Arbeitsplatz durch die Führungskraft spielen natürlich auch die Aufnahme, das Willkommen und die Unterstützung durch das jeweilige Team eine wichtige Rolle. Ergänzt wird das Ganze durch weitere Bausteine wie den Betheltag oder Veranstaltungen zur diakonischen Identität. So entsteht im Laufe des ersten Jahres ein umfassendes Bild davon, wie vielfältig unsere Organisation ist.
Rafael Knossalla: Aus meiner Sicht ist das enorm wichtig. Je besser Mitarbeitende ankommen und integriert werden, desto schneller fühlen sie sich als Teil des Teams. Und das wirkt sich nicht nur auf die Zufriedenheit aus, sondern auch auf die Zusammenarbeit und letztlich auf die Versorgung unserer Patientinnen und Patienten.
Ein besonderes Format zur Mitarbeiterbindung ist das Elternzeit-Café. Was steckt dahinter?
Rafael Knossalla: Das Elternzeit-Café richtet sich an Kolleginnen und Kollegen, die sich gerade in Elternzeit befinden. Wir möchten auch in dieser Phase im Kontakt bleiben, über Entwicklungen im Unternehmen informieren und gleichzeitig Raum für Austausch bieten.
Es ist bewusst ein lockeres Format. Viele bringen ihre Babys oder Kleinkinder mit, und neben Gesprächen gibt es auch Beratungsangebote, zum Beispiel rund um Elterngeld oder den frühzeitigen Wiedereinstieg in den Beruf auch in Teilzeit. Uns geht es darum zu zeigen: Auch während der Elternzeit bleibt man Teil der Organisation.
Christian Brenker: Die Rückmeldungen der Teilnehmenden sind sehr positiv. Einige sind bereits mehrfach gekommen. Natürlich erreicht man mit einem solchen Format nicht alle, die wir ansprechen, aber es ist ein wichtiges Signal. Wir möchten zeigen, dass uns der Kontakt wichtig ist und dass wir Mitarbeitende auch in dieser Lebensphase unterstützen.
Welche weiteren Angebote gibt es, um Mitarbeitende langfristig zu unterstützen?
Christian Brenker: Dazu gehören zum Beispiel flexible Arbeitszeitmodelle und viele Möglichkeiten zur Teilzeit, was gerade für die Vereinbarkeit von Beruf und Familie wichtig ist. Auch beim Thema Kinderbetreuung unterstützen wir, etwa bei der Vermittlung von Kita-Plätzen oder durch Zugang zu Angeboten im gesamten Verbund.
Ein besonderes Beispiel ist unser Ferienprogramm „Ferien in Bethel“. Während der Sommerferien bieten wir gemeinsam mit den anderen Stiftungsbereichen der v. Bodelschwinghschen Stiftungen Bethel hier in Bielefeld für Kinder von Mitarbeitenden ein vierwöchiges Betreuungsangebot mit einem abwechslungsreichen Programm an – von sportlichen Aktivitäten über kreative Workshops bis zu besonderen Ausflügen. Rund 80 Kinder nehmen täglich daran teil. Für viele Familien ist das eine enorme Entlastung.
Darüber hinaus gibt es zahlreiche Angebote rund um Gesundheit und Gemeinschaft. Dazu gehören Programme der betrieblichen Gesundheitsförderung, Bewegungsangebote, Kochkurse oder Sportevents wie Firmenläufe und Triathlon-Teilnahmen. Und nicht zuletzt Angebote wie das Job-Bike.
Auch gemeinsame Veranstaltungen spielen eine große Rolle. Unser Mitarbeitendenfest bringt jedes Jahr rund 3.000 Kolleginnen und Kollegen zusammen und schafft Raum für Begegnung über Berufsgruppen und Standorte hinweg.
Wenn Sie zum Abschluss eine Botschaft an potenzielle neue Mitarbeitende richten könnten – warum lohnt es sich, im EvKB und Krankenhaus Mara zu arbeiten?
Rafael Knossalla: Weil wir hier füreinander da sein wollen. Jede und jeder Mitarbeitende macht bei uns den Unterschied. Nicht nur für unsere Patientinnen und Patienten, sondern auch für unsere Mitarbeitenden. Wer hier arbeitet, wird Teil eines Teams, in dem Zusammenarbeit und gegenseitige Unterstützung eine große Rolle spielen.
Christian Brenker: Und weil wir als Universitätsklinikum und Dank unseren Trägers Bethel viele Möglichkeiten bieten – beruflich wie persönlich. Sicherheit, Entwicklungsperspektiven, multiprofessionelle Zusammenarbeit und eine Organisation, die sich kontinuierlich weiterentwickelt. Für uns bedeutet Mitarbeitendenbindung, gemeinsam langfristig unsere Zukunft zu gestalten.
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