Karriere-Blog
„HEBAMME IST WIE JEDER ANDERE BERUF – NUR COOLER“
| Name: | Michaela Mülligans |
| Das mache ich im EvKB: | Leitende Hebamme |
| Das habe ich gelernt: | Ich habe eine Ausbildung als Rettungsassistentin gemacht und habe 1999 eine Ausbildung zur Hebamme begonnen und mich dann zur Praxisanleiterin weitergebildet. |
| Das Beste an meinem Job ist: | Jeden Tag ungeplant zu einem schönen Tag werden zu lassen. |
| Das EvKB als Arbeitgeber ist: | …wie eine große Familie. |
| Ich mache den Unterschied, weil…: | …ich mir nicht nur jeden Tag vornehme, hier mein Bestes zu geben, sondern das wirklich tue. |
| Das möchte ich meinen Kolleginnen und Kollegen gerne sagen: | …dass wir ein sehr bunter, harmonischer und in sich geschlossener Reigen sind. Was ich wirklich gut finde, weil wir gemeinsam sehr stark und schlagkräftig sind und viel für uns und unsere Patientinnen erreichen können. |
Interview
Frau Mülligans, was genau umfasst Ihre Rolle als Leitende Hebamme im EvKB?
Die Rolle ist sehr vielseitig. Natürlich gibt es Erwartungen von Seiten der Geschäftsführung und der Pflegerischen Fachbereichsleitung. Da geht es darum, den Kreißsaal organisatorisch und natürlich im Sinne einer hochqualifizierten Patientinnenversorgung am Laufen zu halten, die Abteilung weiterzuentwickeln und zukunftssicher aufzustellen. Gleichzeitig bin ich Ansprechpartnerin für unterschiedlichste Berufsgruppen und vertrete die Geburtshilfe auch nach außen.
Und dann gibt es natürlich noch mein Team. Meine Kolleginnen erwarten von mir vor allem, dass ich für sie da bin. Ich habe Kolleginnen ganz am Anfang ihres Berufslebens und andere mit jahrzehntelanger Erfahrung. Meine Aufgabe ist es, diese unterschiedlichen Bedürfnisse wahrzunehmen und gleichzeitig den Überblick zu behalten.
Was würden Sie sagen, zeichnet die Geburtshilfe im EvKB besonders aus?
Das EvKB ist ein Level-1-Haus. Das bedeutet, dass wir auf alles vorbereitet sein müssen – von völlig unkomplizierten Geburten bis hin zu hochkomplexen medizinischen Situationen. Wir begleiten sehr frühe Frühgeborene, Risikoschwangerschaften oder Kinder mit besonderen Auffälligkeiten. Gleichzeitig ist die überwiegende Zahl unserer Frauen gesund und erlebt eine ganz normale Geburt.
Und genau dieser Balanceakt macht unsere Arbeit aus: Auf der einen Seite ein sehr hohes medizinisches Niveau und auf der anderen Seite die Begleitung einer Geburt als etwas ganz Natürliches und Physiologisches. Geburt ist keine Krankheit. Es geht darum, Frauen und Familien zu stärken.
Was ich an unserem Team besonders schätze, ist diese Mischung aus medizinischer Kompetenz, Erfahrung, Ruhe und gleichzeitig einem unglaublich respektvollen Umgang mit den Frauen. Hier geht es nicht darum, Frauen „zu entbinden“, sondern darum, sie beim Gebären zu begleiten. Dieses Empowerment wird hier wirklich gelebt – und zwar schon lange, bevor das Wort überall benutzt wurde.
Wichtig ist auch die interdisziplinäre Zusammenarbeit. Wie sieht das konkret aus?
Ganz viel läuft über Kommunikation. Ich bin oft so etwas wie die Verbindungsstelle zwischen den verschiedenen Bereichen. Das betrifft die Zusammenarbeit mit den gynäkologischen Kolleginnen und Kollegen genauso wie den Austausch mit den Kolleginnen und Kollegen aus dem Kinderzentrum, der Anästhesiologie oder auch anderen Bereichen im Haus.
Gerade durch die enge Zusammenarbeit mit dem Kinderzentrum haben wir sehr kurze Wege. Wenn wir geplante Kaiserschnitte, Frühgeburten oder Mehrlinge begleiten, ist das Team aus der Kinderklinik direkt mit eingebunden. Wir stehen täglich im engen Austausch und arbeiten sehr vertrauensvoll zusammen. Das gibt nicht nur uns Sicherheit, sondern auch den Familien.
Viele Hebammen entscheiden sich irgendwann für die Freiberuflichkeit. Warum haben Sie sich bewusst für die Arbeit in der Klinik entschieden?
Ich war selbst freiberuflich tätig und habe mich irgendwann ganz bewusst für die klinische Arbeit entschieden. Für mich war die Sicherheit ein wichtiger Faktor – sowohl finanziell als auch organisatorisch. Im Schichtdienst wusste ich immer, wann ich arbeite und wann ich frei habe.
Vor allem aber mag ich die Arbeit im Team. Der Austausch mit anderen, das gemeinsame Lernen, unterschiedliche Blickwinkel – das möchte ich nicht missen. Ich habe früher auch alleine gearbeitet, aber ich genieße es sehr, gemeinsam Entscheidungen zu treffen und sich gegenseitig zu unterstützen.
Und genau dieses Miteinander spürt man hier auch im Alltag. Kolleginnen tauschen sich ständig aus, fragen sich gegenseitig um Rat oder begleiten Geburten gemeinsam. Dieses Vier-Augen-Prinzip ist unglaublich wertvoll – sowohl fachlich als auch menschlich.
Das EvKB bietet seinen Mitarbeitenden viele Möglichkeiten zur Weiterentwicklung. Wie erleben Sie das als Hebamme?
Es gibt hier unglaublich viele flexible Arbeitszeitmodelle. Ich habe tatsächlich noch nie ein Haus erlebt, in dem so individuell auf unterschiedliche Lebenssituationen eingegangen wird. Gerade auch bei schwangeren Kolleginnen oder besonderen familiären Situationen funktioniert vieles sehr unkompliziert und lösungsorientiert.
Dazu kommen natürlich Angebote wie das JobBike oder verschiedene Benefits. Für uns Hebammen besonders wichtig ist aber das Thema Fortbildung. Wir sind verpflichtet, regelmäßig Fortbildungsstunden nachzuweisen, und das EvKB unterstützt uns dabei finanziell und organisatorisch. Fortbildungen werden als Arbeitszeit anerkannt und gefördert – das ist nicht selbstverständlich.
Auch der Internationale Hebammentag scheint im EvKB eine besondere Rolle zu spielen.
Ja, das hat mich sehr berührt. Unser Fachbereichsleiter kam aktiv auf mich zu und sagte: „Ich habe mir etwas zum Hebammentag überlegt.“ Allein diese Wertschätzung fand ich schon großartig.
Am Ende kam er gemeinsam mit seiner Sekretärin persönlich vorbei, hat eine kleine Ansprache gehalten und uns Getränke und kleine Aufmerksamkeiten vorbeigebracht. Das klingt vielleicht nach einer Kleinigkeit, aber genau solche Gesten machen etwas mit einem Team.
Besonders schön fand ich aber auch, dass mich Kolleginnen und Kollegen aus ganz anderen Bereichen angerufen haben, einfach um zum Hebammentag zu gratulieren. Diese Sichtbarkeit und Wertschätzung habe ich so vorher noch nicht erlebt.
Und dann kam an diesem Tag noch eine Familie vorbei, deren Tochter wir drei Monate zuvor in einer echten Notsituation zur Welt gebracht hatten. Sie wollten einfach noch einmal Danke sagen und zeigen, dass es allen gut geht. Solche Momente vergisst man nicht.
Was würden Sie jemandem sagen, der darüber nachdenkt, Hebamme zu werden?
Hebamme ist ein unglaublich vielseitiger Beruf. Früher war die Frage oft nur: Klinik oder Freiberuflichkeit? Heute gibt es so viele Möglichkeiten. Durch das Studium eröffnen sich zusätzliche Wege, etwa in die Lehre, Forschung oder Familienbegleitung.
Man muss bereit sein, sich wirklich auf diesen Beruf einzulassen. Das ist kein Job, den man einfach an der Tür abschüttelt. Aber es ist ein Beruf, der unglaublich erfüllt.
Und ehrlich gesagt: Hebamme ist wie jeder andere Beruf – nur cooler.
Zum Abschluss noch eine persönliche Frage: Wie finden Sie Ausgleich zu einem so intensiven Beruf?
Früher war mein Alltag natürlich noch stärker vom Schichtdienst geprägt. Heute arbeite ich überwiegend im Regeldienst, das verändert vieles. Mein Ausgleich ist meine Familie, Musik und ganz bewusst Zeiten, in denen ich mich zurückziehe. Ich gehe zum Beispiel regelmäßig in die Sauna.
Aber ehrlich gesagt brauche ich oft gar nicht so viel Ausgleich, weil mich dieser Beruf mit all seinen Facetten sehr erfüllt. Er ist stressig, ja. Aber eben auch wunderschön.
Interesse geweckt?
Alle Blogeinträge
-
„MEDIZINISCHE EXZELLENZ ALS ÖKONOMISCHER ERFOLGSFAKTOR“
WeiterlesenDr. Matthias Ernst
Geschäftsführung -
-
-
-
-
„WIR WOLLEN GUT FÜR DIE MITARBEITENDEN SORGEN“
WeiterlesenMika Steinke
Betriebliches Gesundheitsmanagement -
„DAS GEMEINSAME ARBEITEN FÜR MENSCHEN IST KEIN SCHLAGWORT“
WeiterlesenUniv.-Prof. Dr. Christian Brandt
Leitender Arzt -
-
-
-
„DER JOB IST VIEL MEHR ALS SKALPELL ANREICHEN“
WeiterlesenEmily Ueding
Operationstechnische Assistentin (OTA) -
-
-
-
„DAS BAUCHZENTRUM IST SO VIEL MEHR ALS DURCHFALL UND ERBRECHEN“
WeiterlesenClaudia Simons Susen & Leslie Ewemade
Pflegefachkräfte im Bauchzentrum -
„WARUM ICH SEIT 25 JAHREN GERNE IN DER GERIATRIE ARBEITE“
WeiterlesenAlexandra Hertel
Examinierte Krankenschwester -
„MAN IST NICHT NUR PFLEGEKRAFT, SONDERN AUCH MUTMACHERIN“ – Arbeiten im Kinderzentrum des EvKB
WeiterlesenAnna Rosenau
Pflegerische Klinikleitung -
„HOCHWERTIGE PATIENTENVERSORGUNG GELINGT NUR GEMEINSAM“ – Die interprofessionelle Ausbildung am EvKB und Krankenhaus Mara
WeiterlesenMaren Niemann
Wissenschaftliche Mitarbeiterin -
„BINDUNG IST DAS NEUE RECRUITING“
WeiterlesenChristian Brenker & Rafael Knossalla
Referent für Personalmarketing & Pflegerische Fachbereichsleitung Operative Medizin -
-
Unser Podcast
Kennen Sie schon unseren Podcast “Vierundzwanzigsieben”?
Hier gibt's alle Folgen - direkt streamen oder bei der Streaming-Plattform Ihrer Wahl.