Karriere-Blog
„DAS BAUCHZENTRUM IST SO VIEL MEHR ALS DURCHFALL UND ERBRECHEN“
| Namen: | Claudia Simons Susen und Leslie Ewemade |
| Das machen wir im EvKB: | Wir sind Pflegefachkäfte im Bauchzentrum. |
| Das haben wir gelernt: | Fachkraft für Gastroenterologie & Viszeralchirurgie |
| Das Beste an unserem Job ist: | Die große Vielfalt an medizinischen Themen und das tolle Team |
| Das EvKB als Arbeitgeber ist für uns: | Ein bekannter Arbeitgeber, der Sicherheit und die Möglichkeit der Entfaltung gibt. |
| Ich mache den Unterschied, weil…: | Ich immer fröhlich und empathisch bin (Leslie Ewemade) |
| Ich mache den Unterschied, weil…: | Ich mich in medizinische Themen immer weiter einarbeiten will (Claudia Simons Susen) |
| Das möchten wir unseren Kolleginnen und Kollegen gerne sagen: | Wir stehen für gute Mit- und Zusammenarbeit. Das schätze ich sehr. |
Interview
Claudia Simons Susen & Leslie Ewemade: Ihr arbeitet beide im Bauchzentrum des EvKB. Welche Krankheiten werden dort behandelt?
Claudia Simons Susen: Das Bauchzentrum vereint die chirurgischen und die gastroenterologischen Fachbereiche. Das heißt: Bei uns werden Erkrankungen und Operationen rund um Speiseröhre, Magen, Darm, Leber, Galle und Bauchspeicheldrüse behandelt. Viele denken zunächst: ‚Bei der Arbeit im Bauchzentrum geht es nur um Verdauung.‘ Aber diese Erkrankungen betreffen oft den ganzen Menschen: Stoffwechsel, Durchblutung, Schmerzverhalten. Deshalb reicht unser Arbeitsspektrum von onkologischen bis zu ernährungsmedizinischen Fragestellungen.
Leslie Ewemade: Wir haben postoperative Patienten, Menschen mit chronischen Entzündungen, Tumorerkrankungen oder akuten Beschwerden. Es ist ein breites Feld und dadurch unglaublich spannend. Auf der gastroenterologischen Seite liegt ein Fokus auf Diagnostik: Gastroskopien, Koloskopien oder speziellen Tests. Wir bereiten Patienten vor, erklären den Ablauf, stellen Nüchternheit sicher und begleiten sie. Zudem prüfen wir Laborwerte und koordinieren die passenden Therapien. Jeder Tag bringt neben der Routine immer auch akute Versorgungssituationen, bei denenErfahrung und Feingefühl wichtig sind.
Wie sieht bei euch ein typischer Arbeitstag aus?
Claudia Simons Susen: Der Tag in der Chirurgie beginnt mit der Übergabe: Wer ist neu, wer kommt aus dem OP, wie geht es postoperativen Patientinnen und Patienten, welche Drainagen und Infusionen laufen? Danach geht es in die Versorgung, Vorbereitung von Untersuchungen und Kontrolle des Zustandes. Dabei machen wir unglaublich viel selbst – auch das Abhören und Abtasten des Bauches ist bei uns nicht nur Aufgabe der Ärztinnen und Ärzte.
Leslie Ewemade: In der Gastroenterologie begleiten wir unterdessen verschiedenste Diagnosen und Untersuchungen. Wir erklären viel, bereiten vor und unterstützen. Jeder Tag ist anders und genau das lieben wir. Wir sind natürlich auch viel im Gespräch mit den uns anvertrauten Menschen – eine ganz wichtige Komponente.
Im Bauchzentrum wird viel auf interdisziplinäre Zusammenarbeit gesetzt…
Claudia Simons Susen: Wir arbeiten eng mit den Ärztinnen und Ärzten zusammen, das ist das Team von Herrn Prof. Dr. Schulte am Esch auf der chirurgischen Seite und das Team von Herrn Prof. Dr. Krüger in der Gastroenterologie. Aber das ist nur ein Teil der Berufsgruppen, mit denen wir zusammenarbeiten…
Leslie Ewemade: Dazu kommen Ernährungsberatung, Physiotherapie, Sozialdienst, Hygiene und Reinigung, aber auch externe Dienste. Bei vielen Erkrankungen ist die Ernährungsberatung zentral, weil die Verdauung sehr sensibel ist. Hygienefachkräfte unterstützen uns bei Fragen zu Keimen und Infektionen. Dieses Netzwerk stellt sicher, dass Patientinnen und Patienten nicht nur behandelt, sondern ganzheitlich versorgt werden.
Manche begegnen der Arbeit im Bauchzentrum mit Vorurteilen – was hört ihr in solchen Momenten?
Leslie Ewemade: Es gibt dieses alte Vorurteil: ‚Bauchzentrum? Das ist doch nur Durchfall und Erbrechen.‘ Das ist so falsch. Ausscheidungen gehören immer zur Pflege, aber unser Arbeitsfeld ist viel komplexer.
Claudia Simons Susen: Wir arbeiten mit lebenswichtigen Organen. Wir erkennen Komplikationen, koordinieren Diagnostik, überwachen postoperative Verläufe und begleiten Menschen mit schweren chronischen Erkrankungen. Es ist anspruchsvoll und erfordert viel Fachwissen.
Leslie Ewemade: Und ganz ehrlich: Wer einmal hier gearbeitet hat, merkt schnell, wie spannend es ist. Es ist ein Bereich, in dem man in kurzer Zeit unglaublich viel lernt.
Teil eurer Arbeit ist aber auch der Umgang mit Ausscheidungen. Wie geht ihr damit um?
Leslie Ewemade: Jeder hat etwas, das ihm schwerfällt. Bei manchen ist es Erbrochenes, bei anderen das Legen einer Magensonde. Wichtig ist: Wir sprechen darüber. Wenn jemand sagt „Ich kann das gerade nicht“, hilft das Team. Niemand wird verurteilt, stattdessen wird eine Lösung gefunden.
Claudia Simons Susen: Das macht uns stark: transparente Kommunikation, gegenseitige Unterstützung und Bereitschaft, Einsätze zu tauschen oder kurz zu übernehmen, damit Kolleginnen und Kollegen kurz durchatmen können. Das ist kein Zufall, das ist gelebte Kultur.
Apropos Team: Ihr schwärmt sehr für eure Kolleginnen und Kollegen…
Leslie Ewemade: Unser Team ist unglaublich vielfältig. Kolleginnen und Kollegen aus vielen Ländern mit unterschiedlichen Erfahrungen. Das bereichert die Pflegepraxis enorm. Wir haben unterschiedliche Persönlichkeiten: leise, laut, zurückhaltend, energiegeladen und alle sind willkommen.
Claudia Simons Susen: Wir lachen viel. Wir geben ehrliches Feedback und reflektieren zusammen, was besser laufen kann. Das Team nimmt Menschen so an, wie sie sind. Das gibt Sicherheit und Vertrauen. Beides ist für gute Pflege unersetzlich.
Leslie Ewemade: Ich möchte unbedingt unsere Pflegerische Klinikleitung hervorheben. Nadja Zajc ist für uns nicht nur eine Vorgesetzte, sondern jemand, der uns beruflich und persönlich stärkt. Sie sieht die Menschen, nicht nur die Arbeitskraft.
Claudia Simons Susen: Ich habe durch sie berufliche Grenzen überschritten, die ich vorher nie angefasst hätte: Weiterbildungen, neue Aufgabenfelder, mehr Verantwortung. Sie ermutigt uns, Schritte zu gehen, die wir uns alleine vielleicht nicht getraut hätten. Und egal ob es um die Urlaubsplanung, spontan auftretende private Situationen oder Belastungsmomente im Dienst geht: Sie hört zu, sie findet Lösungen und sie setzt sich für uns ein. Das ist nicht selbstverständlich.
Stichwort Fort- und Weiterbildung: Welche Möglichkeiten gibt es für euch?
Leslie Ewemade: Was ich persönlich toll finde: Man kann sich hier enorm weiterentwickeln. Es gibt Angebote für Weiterbildungen wie Management, Palliativpflege oder spezialisierte Pflegekurse. Man kann sich zum Beispiel als Fachexperte für Stoma, Kontinenz und Wunden ausbilden lassen. Auch eine Fachweiterbildung als Onkologische Fachkraft oder Pain Nurse ist möglich, ebenso die Weiterbildung zur Praxisanleitung. Und: Uns Mitarbeitenden steht das Weiterbildungsangebot des EvKB kostenlos zur Verfügung.
Claudia Simons Susen: Außerdem können wir Themen für Fortbildungen vorschlagen, die dann durch Experten referiert werden. Wenn es zum Beispiel Fragen zum Umgang mit Stoma-Komplikationen oder dem Legen von Magensonden gibt, können wir das thematisieren. Und: Das EvKB bietet Stabilität. Wer merkt, dass eine Stelle nicht optimal ist, kann sich intern neu orientieren. Nicht viele Häuser haben dieses breite Angebot an Fachrichtungen und Entwicklungspfaden.
Zum Schluss: Was möchtet ihr zukünftigen Kolleginnen und Kollegen mitgeben?
Claudia Simons Susen & Leslie Ewemade (gemeinsam): Wenn du Pflege mit Anspruch suchst – fachlich und menschlich – dann komm zu uns. Du arbeitest mit lebenswichtigen Organen, lernst viele Krankheitsbilder kennen und kannst dich fachlich stark entwickeln. Du wirst nicht allein gelassen. Bei uns findest du ein Team, das zusammenhält, das Fehler offen anspricht und das neue Kolleginnen und Kollegen herzlich willkommen heißt.
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