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Karriere-Blog

ARBEITEN AUF KIDRON: EIN ARBEITSPLATZ MIT TEAMGEIST, VIELFALT UND NÄHE ZU DEN FAMILIEN

Arbeiten auf Kidron: Franziska Husmann (r.), Pflegerische Leitung, und Dr. Tilman Polster, Leitender Arzt der Kinder- und Jugendepileptologie im Krankenhaus Mara

Namen:Franziska Husmann und Dr. Tilman Polster
Das mache ich im Krankenhaus Mara / EvKB:

Franziska Husmann: Ich bin die Pflegerische Leitung der Station Kidron im Krankenhaus Mara.

Dr. Tilman Polster: Ich bin Leitender Arzt der Kinder- und Jugendepileptologie im Krankenhaus Mara.

Das habe ich gelernt:

Franziska Husmann: Ich bin Gesundheits- und Kinderkrankenpflegerin. Zusätzlich habe ich einen Bachelor-Abschluss in Management im Sozial- und Gesundheitswesen sowie eine Weiterbildung zur Case Managerin.

Dr. Tilman Polster: Ich bin Kinder- und Jugendarzt mit dem Schwerpunkt Kinderneurologie und Epileptologie.

Das Beste an meinem Job ist:

Franziska Husmann: …dass meine Aufgaben sehr vielfältig sind und ich mit ganz unterschiedlichen Menschen und Personengruppen zu tun habe.

Dr. Tilman Polster: …dass ich etwas Sinnvolles für andere Menschen tun kann.

Das Krankenhaus Mara / EvKB als Arbeitgeber ist:

Franziska Husmann: Sehr mitarbeitendenorientiert.

Dr. Tilman Polster: Stabil. Das ist nicht selbstverständlich.

Ich mache den Unterschied, weil…: 

Franziska Husmann: …ich einfach da bin und helfe.

Dr. Tilman Polster: … ich mich als Teil eines Teams verstehe.

Das möchte ich meinen Kolleginnen und Kollegen gerne sagen:

Franziska Husmann: Dass ich sie wahnsinnig schätze und froh bin, dass sie mich so gut aufgenommen haben.

Dr. Tilman Polster:  Dass es die Qualität der Arbeit besser macht, dass wir gerne miteinander arbeiten.

 

Interview

Frau Husmann, Herr Dr. Polster, was genau sind Ihre Aufgaben in der Abteilung für Kinder- und Jugendepileptologie Kidron?

Franziska Husmann: Ich bin seit 2024 im Krankenhaus Mara tätig. Zu meinen Aufgaben gehören ganz unterschiedliche Bereiche. Ich arbeite eng im Leitungsteam, beschäftige mich viel mit Stations- und Personalorganisation, bewerte Abläufe, organisiere sie und entwickle sie weiter. Gleichzeitig arbeite ich mit vielen verschiedenen Berufsgruppen im Haus zusammen – mit dem Ärztlichen Dienst, Therapeutischen Diensten und der Pflegerischen Leitung. Ein großer Teil meiner Arbeit liegt außerdem im Qualitätsmanagement, weil wir hier als zertifizierte Klinik unsere Abläufe kontinuierlich prüfen und weiterentwickeln.

Dr. Tilman Polster: Ich trage vor allem die medizinisch-inhaltliche Verantwortung. Das heißt: Ich bin bei vielen ärztlichen Entscheidungen und Einschätzungen eingebunden und habe das Ziel, eine hohe Qualität der Versorgung sicherzustellen. Dazu kommen strukturelle Aufgaben: Wir müssen qualifiziertes Personal gewinnen und ausbilden, Teams weiterentwickeln und die Zusammenarbeit mit anderen Berufsgruppen gut gestalten – also mit der Pflege, Psychologinnen und Psychologen, der Heilpädagogik, Ergotherapie oder dem Sozialen Dienst. Am Ende geht es immer darum, die Versorgung für unsere Patientinnen und Patienten möglichst gut und effizient aufzustellen.
 

Was macht Kidron so besonders?

Franziska Husmann: Ich würde Kidron als eine kleine Insel beschreiben, auf der sich Menschen mit ähnlichen Herausforderungen und Erkrankungen begegnen. Es ist ein Ort, an den Familien mit sehr speziellen Fragen kommen und an dem sie spüren, dass ihre Situation verstanden wird.

Dr. Tilman Polster: Epilepsie ist eine besondere Erkrankung, weil sie das Leben an vielen Stellen massiv verändert, im Akutfall aber oft gar nicht direkt sichtbar ist. Ein Kind hat nicht unbedingt in dem Moment, in dem es stationär aufgenommen wird, gerade einen Anfall. Umso wichtiger ist es, dass Eltern an einen Ort kommen, an dem die Probleme ihres Kindes wirklich verstanden werden. Es geht bei uns nicht nur um Anfälle, sondern auch um Sorgen der Eltern, um Schulkarrieren, Freundschaften und das gesamte familiäre Leben. Dass all das hier Thema ist und alle sich auf dieses Feld konzentrieren, ist eine große Stärke von Kidron.
 

Was macht die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen in Ihrem Bereich so besonders?

Franziska Husmann: Wir arbeiten auf der Station Kidron in zwei Bereichen: mit Kindern und mit Jugendlichen. Die Interessen, Wünsche und Herausforderungen sind dabei ganz individuell – trotz der einheitlichen Diagnose Epilepsie. Bei den Kindern geht es viel um Begleitung und Beratung der Eltern. Auf der Jugendseite begleiten wir die Jugendlichen selbst in vielen Fragen, die ihr Leben und ihre Zukunft betreffen. Genau das macht die Arbeit so interessant: Die Inhalte sind sehr verschieden und dadurch auch die konzeptionelle Arbeit auf den Stationen.

Dr. Tilman Polster: Wenn man Kinder und Jugendliche mit Epilepsie behandelt, ist man nie nur auf das Symptom der Krankheit fokussiert. Es geht immer auch um das Leben der Familien und darum, was Epilepsie mit ihnen macht. Gerade weil wir heute oft sehr früh und sehr genau diagnostizieren können, sprechen wir mit Familien auch über grundlegende Fragen: Was ist eigentlich unser Ziel? Was hält eine Familie stabil? Was macht sie glücklich? Das ist manchmal anstrengend, aber auch sehr intensiv. Gleichzeitig ist es eine schöne Seite der Kinder- und Jugendmedizin, weil Kinder und Jugendliche einen ganz anderen Blick auf das Krankenhaus haben. Sie interessieren sich nicht für Hierarchien, sondern bringen etwas Eigenes mit hinein. Das macht die Arbeit besonders.
 

Wie gelingt Ihnen der Wechsel zwischen Gesprächen mit Kindern, Jugendlichen und Eltern?

Dr. Tilman Polster: Das gehört zur Ausbildung und auch ganz grundsätzlich zur Haltung in der Kinder- und Jugendmedizin. Man arbeitet in diesem Bereich nicht, wenn man nicht gern mit Kindern zu tun hat. Aber man kann ihn auch nicht gut ausüben, wenn man Eltern nicht im Blick hat. Beides gehört untrennbar zusammen.
 

Interdisziplinäre Zusammenarbeit spielt in der Abteilung Kidron eine große Rolle. Warum ist sie gerade bei Ihnen so wichtig?

Franziska Husmann: Wir möchten unsere Patientinnen und Patienten ganzheitlich begleiten und nicht nur einen Teil ihrer Situation anschauen. Dafür braucht es viele Perspektiven. Es geht nicht nur um medizinische Fragen, sondern auch um soziale Themen, Hilfsmittel oder den Alltag zu Hause. Durch die enge Zusammenarbeit mit anderen Berufsgruppen bekommen wir ein viel vollständigeres Bild.

Dr. Tilman Polster: Viele Kinder und Jugendliche begleiten wir über Jahre hinweg. Dadurch kennen wir ihre Entwicklung sehr gut. Die interdisziplinäre Zusammenarbeit ist deshalb wichtig, weil wir häufig von Eltern die Rückmeldung bekommen, dass es ihnen guttut, wenn unterschiedliche Berufsgruppen zu ähnlichen Einschätzungen kommen. Nicht, weil alle dasselbe sagen müssen, sondern weil wir uns vorher austauschen und gemeinsam besprechen: Wo stehen wir bei diesem Kind? Welche Themen sehen wir? Diese gemeinsame Haltung gibt Familien Sicherheit.
 

Wann erleben Sie diese Zusammenarbeit ganz konkret im Alltag?

Franziska Husmann: Natürlich ganz oft spontan auf dem Flur – und genau diese kurzen Gespräche machen wahrscheinlich einen großen Teil aus. Gleichzeitig haben wir aber auch feste Strukturen und Termine, in denen wir uns austauschen: auf Leitungsebene und auf Abteilungsebene. Wir haben feste Rahmen und können gleichzeitig im Alltag schnell und direkt miteinander sprechen. Das zeichnet unsere Zusammenarbeit aus.
 

Was brauchen Sie als Team, damit diese Zusammenarbeit gelingt?

Dr. Tilman Polster: Vertrauen ist die Basis. Man muss darauf vertrauen können, dass alle das gleiche Ziel haben – nämlich die Kinder und Jugendlichen gut zu versorgen. Natürlich gibt es auch mal unterschiedliche Meinungen oder Reibung. Aber wenn klar ist, dass alle aus einer gemeinsamen Haltung heraus zusammenarbeiten, trägt das sehr. Ich erlebe im Team, dass niemand einfach nur seinen Job macht, sondern dass alle wirklich etwas für die Familien erreichen wollen.

Franziska Husmann: Unsere Arbeit ist in vielen Situationen anspruchsvoll. Umso wichtiger ist es, dass wir uns aufeinander verlassen können.
 

Sie müssen Familien teilweise auch schwierige Diagnosen und Perspektiven vermitteln. Wie gehen Sie damit um?

Dr. Tilman Polster: Oft sprechen wir Dinge aus, die für Eltern ohnehin schon im Raum stehen, die aber bisher niemand so klar benannt hat. Viele sagen dann: Ich hatte davor schon Angst, aber ich habe mich nicht getraut, die Frage zu stellen. Natürlich gibt es auch Situationen, in denen wir etwas Neues und Schwerwiegendes mitteilen müssen. Dann ist es wichtig, offen und ehrlich zu sein. Ich glaube nicht an eine Medizin, die Wissen zurückhält. Wir müssen empathisch sprechen und Perspektiven mitdenken – aber wir sollten nichts verschweigen.

Danach ist der Austausch im Team wichtig. Wenn ich ein Gespräch geführt habe, gehe ich oft noch einmal auf die Station und sage den Kolleginnen und Kollegen: Diese Familie beschäftigt gerade dieses Thema. Dann muss niemand das Gespräch noch einmal führen, aber alle wissen Bescheid. Wenn dann jemand weint oder erst einmal raus muss, ist klar: Das hat seinen Grund, und wir tragen das gemeinsam mit.

Franziska Husmann: Genau das ist es: Wenn Familien in solchen Momenten Unterstützung brauchen, dann funktioniert das, weil das Team mitträgt und versteht, was gerade los ist.
 

Was macht Kidron als Arbeitsplatz für Pflegekräfte und andere Berufsgruppen interessant?

Franziska Husmann: Vielfalt. Und die möchten wir hier auch leben. Das ist für unsere Patientengruppe sehr wichtig. In unserem Pflegerischen Team arbeiten Kolleginnen und Kollegen mit ganz unterschiedlichen Hintergründen – von sehr jungen Mitarbeitenden bis zu Menschen kurz vor dem Ruhestand. Auch die beruflichen Hintergründe sind verschieden: Bei uns arbeiten nicht nur Kinderkrankenpflegekräfte. Diese Mischung ist wichtig.

Dr. Tilman Polster: Man kann schon sagen: Hier arbeiten Menschen auf Augenhöhe miteinander. Das kenne ich auch aus anderen Kinderkliniken, aber hier ist es besonders spürbar. Dazu kommt ein fachlich sehr spannendes Feld.
 

Was macht dieses Feld fachlich und menschlich so interessant?

Franziska Husmann: Für mich ist es vor allem die Beziehungsarbeit. Sie nimmt einen großen Raum in unserer Arbeit ein. Unsere Aufenthalte sind zwar kürzer geworden, aber sie dauern oft trotzdem länger als in einer klassischen Akutklinik. Unsere Patientinnen und Patienten kommen geplant, bleiben mehrere Tage, und viele kennen wir schon seit Jahren. Man merkt oft, dass sich Pflegekräfte und Ärztinnen oder Ärzte freuen, wenn bestimmte Kinder und Familien wiederkommen. Man erlebt Entwicklung mit, begleitet Schritte nach vorn und baut Beziehungen auf. Das macht sehr viel aus.

Dr. Tilman Polster: Und medizinisch ist es jedes Mal wieder spannend. Es geht immer wieder um die Frage: Wie funktioniert unser Gehirn eigentlich? Was können wir von seltenen Erkrankungen lernen? Das Feld ist fachlich unglaublich interessant.
 

Was würden Sie neuen Kolleginnen und Kollegen sagen, die überlegen, auf der Station Kidron zu arbeiten?

Franziska Husmann: Kommen Sie vorbei und schauen Sie sich den Bereich an. Kidron ist wirklich etwas Besonderes und nicht vergleichbar mit einer klassischen Kinderklinik oder einer rein akuten Station. Man muss es erleben.

Dr. Tilman Polster: Ich würde das genauso sagen. Unsere Türen stehen offen. Und es gibt einen Satz, den ich hier schon oft gehört habe: Die meisten kommen zweimal nach Mara. Gemeint ist: Wer einmal weggeht, überlegt sich oft noch einmal, ob er nicht doch zurückkommen möchte. Das sagt eigentlich schon viel aus.

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