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Karriere-Blog

„MAN MUSS MENSCHEN GERNE MÖGEN“

Maik Ossenbrink

Name:Maik Ossenbrink
 
Das mache ich im EvKB:Pflegerische Leitung Abteilung für Gerontopsychiatrie
 
Das habe ich gelernt:Krankenpfleger
 
Das Beste an meinem Job ist:Meine Freiheiten
 
Das EvKB als Arbeitgeber ist:Ein sehr solides und zukunftsträchtiges Unternehmen
 
Das möchte ich meinen Kolleginnen und Kollegen gerne sagen:Dass sie ganz tolle Menschen sind
 

Interview

Maik Ossenbrink, wie können wir uns Ihren Arbeitsalltag in der Gerontopsychiatrie in der Universitätsklinik für Psychiatrie und Psychotherapie vorstellen?

In der Abteilung Gerontopsychiatrie gibt es eine therapeutische, eine ärztliche und eine pflegerische Leitung. Ich bin zuständig für die Pflege. Dabei geht es darum, das große Ganze im Blick zu behalten, personelle Einstellungen oder auch Schulungen zu betreiben und Konzepte voranzubringen. Zu meinem Job gehört auch das Beschwerdemanagement, das Bestellwesen und das Controlling für die Gerontopsychiatrie. Es gibt eine Bezeichnung, die sehr altbacken, aber auch treffend ist: Ich bin ein bisschen der Hausvater.
 

Was genau versteht man unter Gerontopsychiatrie und wo ist die Abgrenzung zur Allgemeinen Psychiatrie?

Gerontopsychiatrie ist die Psychiatrie für Hochbetagte, also Menschen ab einem Lebensalter von 65 Jahren. Es gibt besondere Krankheitsbilder, die in jungen Jahren eher selten bis gar nicht vorkommen, die in der Gerontopsychiatrie ihren Platz finden. Ganz bekannt ist die Demenzerkrankung.  Aber auch Schizophrenie, Depression oder Manie gehören dazu. Allerdings immer mit dem Kontext, dass ältere Menschen einen besonderen Umsorgungs- und Versorgungsaufwand benötigen. Es gibt Menschen, die zum Beispiel Unterstützung beim Anziehen, beim Waschen, beim Essen, beim Trinken, bei Ausscheidungen brauchen. Wir sind personell dafür ausgelegt, diese Unterstützung zu bieten, auch dauerhaft. Es gibt Menschen, die aus Pflegeheimen kommen und einen hohen Umsorgungsbedarf haben. Das können wir mit der ergänzenden psychiatrischen Behandlung hier ebenfalls gewährleisten. Der Stellenschlüssel einer Allgemeinen Psychiatrie würde die so nicht hergeben. Im Vordergrund steht weniger die Heilung, sondern vielmehr eine den Umständen entsprechende zufriedenstellende Lebensqualität. 
 

Welche Voraussetzungen braucht man für die Arbeit in der Gerontopsychiatrie? 

Man muss ein Menschenfreund sein und sollte Menschen mögen. Das steht über allem.  In der Psychiatrie wird auch immer Humor gebraucht. Oft begegnen uns Geschichten, die vielleicht ungewöhnlich erscheinen. Dafür ist es auch gut, sich selbst zu kennen und zu wissen, wie man mit belastenden Faktoren umgeht. Das ist etwas, das erlernbar ist. Das bringen wir den jungen Mitarbeitenden auch bei.  Mitarbeitende brauchen ein gutes Gehör für sich selbst und wann eine Grenze erreicht ist. Menschen, die ein höheres Alter erreicht haben, suchen oft die Nähe. Das heißt, man muss auch Nähe von Menschen aushalten können und mögen. Außerdem man braucht auf jeden Fall Teamfähigkeit, weil wir hier keine Einzelkämpfer sind. Wir schauen immer, dass wir als Gemeinschaft die Aufgaben angehen. Sehr wichtig ist es, eine Toleranz gegenüber anderen Lebenskonzepten zu haben, die nicht alltäglich sind. Viele der zu Behandelnden leben ein Leben, das auf den ersten Blick schon skurril wirkt.  Man braucht also eine große Toleranz, Offenheit und Menschlichkeit.
 

Und dabei ist auch das Miteinander im Team wichtig…

Absolut. Wir haben eine sehr gute Teamkultur. Grenzüberschreitungen werden ernst genommen. Wir legen großen Wert darauf, dass belastenden Faktoren auch immer ihren Platz finden. Es gibt dafür Besprechungen und Supervisionen, die wir nutzen. Es gibt in der Psychiatrie eine ganz besondere Augenhöhe, das ist uns ganz wichtig. Die Teams fangen mit dieser wohlwollenden Haltung viel ab.  Es heißt ja, eine Kette sei immer so stark wie das schwächste Glied. Wir sind stark, weil wir aufeinander achten. Psychiatrie lebt von der Kommunikation, auch untereinander.
 

Einer der Gründe, warum Sie sich für die Psychiatrie entschieden haben?

Ja, auf jeden Fall. Das war eine bewusste Entscheidung. Mich hat es immer sehr fasziniert, mit sehr besonderen Charakteren umzugehen. Ich hole Menschen immer da ab, wo sie gerade sind, ohne dass ich mein eigenes Konstrukt über sie gestülpt habe. Aber man muss auch sagen, dass die Psychiatrie die Abwechslung par excellence bietet.  Wir behandeln psychiatrische Krankheitsbilder, die nicht selten auch mit somatischen Krankheitsbildern einhergehen. Zudem erlebe ich in der Psychiatrie einen sehr großen Zusammenhalt - man fühlt sich immer verbunden. Und nebenbei gesagt: Die Bezahlung ist in der Psychiatrie ebenfalls attraktiv. 
 

Sie haben gesagt, Sie schätzen die Freiheiten in ihrem Beruf?

In der Psychiatrie kann man sehr frei arbeiten. Es gibt kein klassisches Schulbuch, das man immer 100 Prozent anwenden kann, sondern man bestreitet den Job mit viel Kreativität. Ein Beispiel: Ich gehe mit jemandem spazieren, dem es sehr schlecht geht und merke, wie sehr ihm die Bewegung hilft. Dann richten wir die Pflege danach aus. Man gibt nicht einfach nur Medikamente, sondern überlegt sich, was der Mensch braucht. Es gibt nicht die klassische psychiatrische Pflege, die nur eine bestimmte Therapie ansetzt, sondern man ist immer auf allen Ebenen des Menschseins fokussiert. Und das bietet eine große Freiheit.
 

Gibt es denn auch ausreichend Zeit dafür?

Die psychiatrische Pflege bringt „Freiheitszeit“ mit, die man haben muss.  Das wäre natürlich vermessen, wenn ich sagen würde, jeder Mitarbeitende könnte alles so machen, wie er sich das gerade denkt. Wir haben selbstverständlich Abläufe, die fachlich vorgegeben sind. Aber wir arbeiten nach dem Bezugspflegesystem, ein in der Psychiatrie wichtiges Pflegekonzept. Wenn man seinen Bezugspatienten versorgt, ist die Zeit da, um gemeinsam einen Hausbesuch zu machen, um mit ihm in die Stadt zu fahren und einen Kaffee zu trinken. Es ist sehr sinnstiftend, diese Menschen zu begleiten.
 

Wie würden Sie das EvKB als Arbeitgeber beschreiben?

Ich finde, im EvKB arbeiten wunderbare Menschen in ganz vielen verschiedenen Anlaufstellen, die immer ansprechbar sind. Ich kann wildfremde Menschen aus dem Klinikum anrufen und es gibt immer freundliche Antworten.  Egal, ob es nun um Buchhaltung, Fortbildung, Medienarbeit oder um die Essensversorgung geht – alle sind sehr bemüht, eine freundliche und zuvorkommende Arbeit zu leisten. Durch die Größe des Krankenhauses mit 5.600 Mitarbeitenden gibt es Expertise für jeden Kleinstbereich. Das ist unglaublich bereichernd für die eigene Arbeit.

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