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Karriere-Blog

„DAS GEMEINSAME ARBEITEN FÜR MENSCHEN IST KEIN SCHLAGWORT“

Univ.-Prof. Dr. med. Christian Brandt

Name:Univ.-Prof. Dr. med. Christian Brandt
 
Das mache ich im EvKB:Ich bin Leitender Abteilungsarzt in der Universitätsklinik für Epileptologie im Krankenhaus Mara, Leiter unserer Epilepsieambulanz und Oberarzt der Station für Epilepsie und Mehrfacherkrankungen. Ich leite unser Studienkoordinierungszentrum und bin außerdem Professor für Epileptologie mit Schwerpunkt Behindertenmedizin an der Medizinischen Fakultät Bielefeld.
 
Das habe ich gelernt:Ich habe Medizin studiert und habe anschließend eine Facharztweiterbildung zum Neurologen gemacht.
 
Das Beste an meinem Job ist:Die Vielfältigkeit. Ich liebe diese Abwechslung zwischen der ganz konkreten Behandlung von Menschen bis hin zur wissenschaftlichen Seite der Epileptologie.
 
Das EvKB als Arbeitgeber ist:Das Krankenhaus Mara ist ein sehr zuverlässiger und angenehmer Arbeitgeber.
 
Das möchte ich meinen Kolleginnen und Kollegen gerne sagen:Ich arbeite in einem ganz wunderbaren Team mit extrem gut ausgebildeten und gleichzeitig menschlich sehr integren und hilfsbereiten Kolleginnen und Kollegen. Und das schätze ich.
 

Interview

Herr Professor Brandt, Ihr Fachgebiet - die Epileptologie-  ist einer der Leuchttürme Bethels und sehr eng mit der Entstehungsgeschichte verbunden… 

Genau, Mitte des 19. Jahrhunderts ist die Keimzelle Bethels mit einem Haus für epilepsiekranke junge Männer entstanden. Aus dieser Arbeit hat sich ergeben, dass man Epilepsiebehandlung betreiben musste. Im 19. Jahrhundert fanden überhaupt die allerersten Anfänge der modernen medikamentösen Epilepsiebehandlung statt. Dann wurde der Bereich auf Frauen mit Epilepsie ausgeweitet. Später kamen all die anderen Erkrankungen und Behinderungsbilder hinzu. Man hat dann die Notwendigkeit erkannt, eine Epilepsie-Klinik schaffen zu müssen. Aus dem ursprünglichen Wohnbereich mit Ärzten ist dann vor rund 80 Jahren, also 1932, die Epilepsie-Klinik entstanden. Das Krankenhaus Mara hat sich dann in diesem Bereich immer weiter spezialisiert und ist heute als Universitätsklinikum Teil des Universitätsklinikums OWL der Universität Bielefeld.
 

Würden Sie sagen, dass diese Geschichte auch heute in Bethel und speziell Mara noch spürbar ist?

Diese Geschichte ist in Bethel auf jeden Fall wichtig und das gilt auch gerade im Krankenhaus Mara. Das, was wir als diakonische Identität bezeichnen, ist im Krankenhaus Mara lebendig. Trotz aller Spezialisierung und neuesten Entwicklungen in der Epilepsie-Diagnostik und Behandlung sind wir keine Technokraten geworden, sondern es geht uns letztlich um den Menschen. Und das betrifft auch die Kolleginnen und Kollegen, die keinen christlichen Hintergrund haben, sondern aus anderen Religionen oder anderen Kulturkreisen stammen. Das gemeinsame Arbeiten mit und für Patientinnen und Patienten ist kein Schlagwort, das kann ich guten Gewissens sagen. Und ich denke, es ist eine Verantwortung, an etwas weiterzuarbeiten, was andere Menschen vor einem geschaffen haben.
 

Sie arbeiten mit den verschiedensten Professionen zusammen, um Menschen mit Epilepsie bestmöglich zu versorgen… 

Und auch da bin ich der Überzeugung, dass das geschichtliche Werden des Epilepsiezentrums Bethel sich in unserer Arbeit niederschlägt. Was als Wohnbereich begann und dann zur Klinik wurde, setzt sich heute fort. Wir haben Kolleginnen und Kollegen in ganz Bethel, mit denen wir ganz eng zusammenarbeiten, die betroffene Patientinnen und Patienten im Wohnalltag betreuen und die auch zu uns ins Krankenhaus einweisen, wenn es notwendig ist.

Ebenso gibt es Mitarbeitende, sowohl im Krankenhaus Mara als auch in den unterschiedlichsten Einrichtungen Bethels, die Fortbildungen unseres Krankenhauses besuchen und auch das ist ja letztlich etwas, was geschichtlich entstanden ist. Und es geht Hand in Hand, das finde ich schon sehr deutlich und spürbar. 

Das schätze ich gerade deswegen, weil wir ja eine Spezialklinik sind. Wir haben uns nicht nur auf ein Fachgebiet – nämlich die Neurologie – konzentriert, sondern innerhalb dieses Fachgebiets auf eine sehr umrissene Unterspezialität, nämlich die Erkrankung Epilepsie.

Es gibt Kolleginnen und Kollegen, die wie ich schon viele Jahre hier arbeiten und die extrem fit auf ihrem jeweiligen Gebiet sind, und natürlich auch junge Menschen, die sich in dieses Gebiet einarbeiten wollen. Das heißt, wir haben hier eine ganz hohe Expertise und können eine gute Ausbildung anbieten.
 

Im Fragebogen haben Sie gesagt, Sie schätzen, wie integer Ihre Kolleginnen und Kollegen sind, führen Sie auch das auf die Werte in Bethel zurück?

Das ist gut möglich. Menschen entscheiden sich, glaube ich, vielfach bewusst für Bethel, weil sie vermuten, dass hier ein gewisses Arbeitsklima ist. Und das Klima ist ja auch tatsächlich da – ein Klima der Achtsamkeit und des Wissens um die Menschenwürde. Und das formt ja wiederum auch die Mitarbeitenden hier.
 

Kommen wir zu Ihrer ganz persönlichen Geschichte mit der Epileptologie… seit Beginn Ihres Studiums hat Sie der Bereich fasziniert…

Ich bin Bielefelder. Das heißt, ich hatte zunächst mal keine Berührungsängste gegenüber Menschen mit Epilepsie. Dann hat mich im Studium das Gehirn als zentrales Organ des Menschen interessiert. Zudem hat mich dieses etwas Geheimnisvolle der Erkrankung Epilepsie fasziniert. 
Ende 1991 bin ich mit dem Studium fertig geworden und sah eine Stellenanzeige von Mara im Deutschen Ärzteblatt. Ich wollte eigentlich erstmal allgemeiner Neurologe werden und mich dann spezialisieren, aber eine Stellenanzeige aus der weltweit renommierten Epileptologie am Krankenhaus Mara hat mich sehr gelockt. Darauf folgten andere berufliche Stationen, aber ich bin gerne zurückgekommen. Und hier bin ich geblieben.
 

Sie haben eben ein wichtiges Stichwort gesagt: „weltweit renommiert“. Für Ärztinnen und Ärzte ist dieses Prädikat sehr interessant…

Es klingt immer so unangenehm nach Eigenlob, aber ja, Bethel und auch die Epilepsie-Klinik im Krankenhaus Mara in Bethel sind weltweit renommiert. Wir sind in einigen Bereichen der Epileptologie international mit an der Spitze. In Bereichen, in denen wir es nicht sind oder selbst auch in den Bereichen, in denen wir das sind, lernen wir immer vom Austausch mit anderen Institutionen. Ich bin viel unterwegs auf Kongressen und wenn ich dann sage, ich arbeite in der Universitätsklinik für Epileptologie am Krankenhaus Mara in Bethel, kommt oft so ein „Aha“ und es geht dieses Birnchen auf. Das macht mich stolz, ist aber auch eine Verantwortung, weiter dranzubleiben.
 

Dass Bielefeld nun auch eine medizinische Fakultät hat, dürfte Sie ebenfalls sehr freuen…

Das erfüllt mich sehr mit Freude. Das ist eine ganz tolle Entwicklung. Im Krankenhaus Mara waren wir immer schon sehr wissenschaftsorientiert. Dass wir nun Teil der neuen Fakultät sind, ist schön und ergibt neue Möglichkeiten. Es gibt noch mehr Offenheit in der Zusammenarbeit mit den anderen Fakultäten, zum Beispiel, wenn es um irgendwelche abgefahrenen Verfahren geht bis hin zur Künstlichen Intelligenz. Es ist superspannend, etwas Neues kennenzulernen und mitzugestalten.

Ein Beispiel: Ich bin Oberarzt auf einer Station für Menschen mit Behinderung. Meine Professur heißt konkret „Professur für Epileptologie mit Schwerpunkt Behindertenmedizin“. Und Behindertenmedizin ist neben der Epileptologie ein weiteres Bethel-Standbein. Frau Professorin Sappok, Klinikdirektorin der Universitätsklinik für Inklusive Medizin hier im Krankenhaus Mara und ich haben gemeinsam erfolgreich ein Drittmittelprojekt angeworben, bei dem wir Menschen mit Behinderung dazu ausbilden, als Dozierende für Medizinstudierende tätig zu werden. Das heißt, wir führen auf einmal in die medizinische Lehre etwas ein, was es bislang kaum gab. Am Krankenbett oder am Vorlesungspult steht nicht nur jemand, der Medizin studiert hat und Professor oder Professorin ist, sondern gleichzeitig ein Mensch, der selber eine Beeinträchtigung hat und dieses Team dann Studierenden sein Wissen vermittelt. Und das ist schon toll. 
 

Für Studierende, die sich für ein Medizinstudium in Bielefeld entscheiden, ein spannender Faktor, oder?

Ich finde, im EvKB arbeiten wunderbare Menschen in ganz vielen verschiedenen Anlaufstellen, die immer ansprechbar sind. Ich kann wildfremde Menschen aus dem Klinikum anrufen und es gibt immer freundliche Antworten.  Egal, ob es nun um Buchhaltung, Fortbildung, Medienarbeit oder um die Essensversorgung geht – alle sind sehr bemüht, eine freundliche und zuvorkommende Arbeit zu leisten. Durch die Größe des Krankenhauses mit 5.600 Mitarbeitenden gibt es Expertise für jeden Kleinstbereich. Das ist unglaublich bereichernd für die eigene Arbeit.
 

Und vielleicht können Sie ja auch junge Menschen mit Ihrer Leidenschaft für Epileptologie anstecken?

Das wäre toll, es gibt in der Epileptologie so unglaubliche viele Möglichkeiten. Man kann sich als junge Ärztin oder junger Arzt in dieses Spezialgebiet intensiv einarbeiten. Wir haben Unterabteilungen und Mitarbeitende, die auf ganz viele verschiedene Sachen spezialisiert sind. So entsteht ein hochprofessioneller Austausch im Krankenhaus Mara auf international sehr hohem Niveau.

Und das andere, warum ich auf jeden Fall jungen Menschen nahelegen kann, bei uns im Krankenhaus Mara zu arbeiten, ist das Betriebsklima. Und das sage ich nicht einfach so. Ich habe vor kurzer Zeit mit einer jungen Kollegin ein Mitarbeitergespräch geführt und sie sagte als erstes: „Hier herrscht ein super Gesprächsklima. Für mich als jüngere Person seid ihr Erfahreneren immer ansprechbar.“
 

Und was macht Christian Brandt NACH der Arbeit?

Ich habe eine Familie, mit der ich natürlich nach der Arbeit zusammen bin und die manchmal sicher auch zu kurz kommt. Ich poliere seit einiger Zeit mit einem Online-Kurs meine Sprachkenntnisse im Französischen auf. Ich koche sehr gerne, in meiner Priorität kommt das deutlich vor Französisch lernen. Und wenn dann noch Zeit bleibt, und das ist leider zu selten, jogge ich noch ein bisschen durch den Teutoburger Wald. 

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