Gerade aktuell in der Schule für Diätassistenz

Weltmilchtag: Kuh und Kalb zum Anfassen

Auszubildende der Schule für Diätassistenz auf Milch-Entdecktertour beim Milchkuhbetrieb von Bernd und Lukas Walkenhorst in Spenge - Mit Video

Der Milch auf der Spur waren anlässlich des Weltmilchtages 16 Auszubildende der Schule für Diätassistenz im EvKB –Evangelisches Klinikum Bethel. Sie besuchten am Mittwoch (27.5.2026) den Milchkuhbetrieb von Bernd und Lukas Walkenhorst in Spenge. Sie sahen, wie die Kühe dort leben, was sie fressen, wie sie gemolken werden – und wie viel Arbeit hinter einem Liter Milch steckt. Der Hoferkundung war die erste dieser Art mit der Schule für Diätassistenz. 

Video

Auf Milchentdecker-Tour

Die Auszubildenden erhielten von Bernd Walkenhorst viele Einblicke in den Arbeitsalltag. „Unsere Milchkuhhaltung ist das Herzstück unseres Hofes“, erklärt der Milchbauer. „Wir legen großen Wert auf die eigene Aufzucht und auf ganz viel Weidegang - fast die ganze Saison, auch nachts.“ Und insbesondere im Winter sind die Kühe dann in großzügiger Stallung – einem sogenannten Boxenlaufstall – untergebracht. „Unsere Kühe haben einen offenen licht- und luftdurchfluteten Stall mit breiten Lauf- und Fressgängen sowie Liegeboxen. „Bürsten so groß wie in einer Autowaschanlage gehören zum Wohlfühlprogramm“, erzählt der Landwirt schmunzelnd und ergänzt. „Sie dienen der Fellpflege.“

 

Warum sind Kühe so wertvoll?

Der Landwirt erzählt, dass Rinder und Kühe sozusagen Kreislaufwirtschafterinnen seien und eine Schlüsselrolle im Nährstoffkreislauf innehätten: „Weil Kühe Gras verwerten können, was wir Menschen selbst nicht können“, schildert er. „Hieraus bilden sie Milch.“ Gleichzeitig liefern die Tiere organischen Dünger und damit wieder wichtige Nährstoffe für die Pflanzen. Walkenhorst: „Als Wiederkäuer können sie mit Milliarden von Bakterien die Nährstoffe im Gras aufschließen, was für die Menschen unverdaulich ist. Hier weist der Landwirt direkt beim Rundgang auf eine Kuh: „Schaut, die Kuh ist gerade am Wiederkauen, das zeigt, der Pansen arbeitet, die Kuh erzeugt Milch.“

 

Wie steht es um Lage der heimischen Milchkuhhalter?

In der anschließenden Diskussion ging es auch um die Situation der Milchbauern. „Wir hoffen bei den Milchpreisen, dass die Talsohle erreicht ist“, so Walkenhorst. Die Milchkuhhalter konnten nach langen Durststrecken zwar rund gute zwei Jahre einigermaßen erträgliche Milchpreise verzeichnen. Diese seien auch dringend erforderlich gewesen, um die Löcher zu stopfen und beispielsweise gestiegene Kosten aufzufangen, unterstreicht Hermann Dedert, Vorsitzender des Landwirtschaftlichen Kreisverbandes Herford-Bielefeld. Dann habe sich aber seit Mitte letzten Jahres die Lage wieder verschlechtert. 

Dedert macht deutlich, dass die Bauernfamilien einen angemessenen Milchpreis bräuchten, um die hohen Kosten für Energie, Betriebsmittel und Personal und die hohe Arbeitsbelastung überhaupt stemmen zu können. Zusätzlich verschärfe die große Marktmacht des Handels die Lage. Hier warnen Dedert und Walkenhorst: „Wenn der Lebensmitteleinzelhandel (LEH) weiter auf desaströses Preisdumping setzt, droht die regionale Milcherzeugung noch weiter zurückzugehen.“ Dedert: Die hiesige Erzeugung sei schon heute rückläufig und sinke langfristig. Ein Sondergutachten der Monopolkommission zur Lebensmittellieferkette hatte jüngst bestätigt, dass die hohe Konzentration der Marktmacht des LEH mit „nur“ vier großen Handelsunternehmen einen dominanten Einfluss auf Preise, Vertragsbedingungen und Marktstrukturen ausübe.

 

Lernen mit allen Sinnen

Die Hoferkundung war die erste für die Schule für Diätassistenz, die zur Gesundheitsakademie des Evangelischen Klinikums Bethel in Bielefeld gehört. Angehende Diätassistentinnen und -assistenten lernen in ihrer Ausbildung, wie sie Menschen unterstützen, die sich bewusst ernähren möchten – oder das krankheitsbedingt müssen. Die Ausbildung geht über drei Jahre und verzahnt dabei in der Gesundheitsakademie des EvKB in Bethel Theorie und Praxis in besonderer Weise. Alle Beteiligten sind sich einig, diese Zusammenarbeit fortzusetzen. „Es ist wichtig, direkt vor Ort zu zeigen, wie Milch entsteht und auch wie viel Arbeit dahintersteht“, untermauert Dedert. Dies bekräftigt Frederike Kreft, Lehrerin an der Schule für Diätassistenz in Bethel. Daraus erwachse Wertschätzung für unsere Lebensmittel. Sie betonte, dass der Hofbesuch weit über einen theoretischen Unterricht hinausgehe, das sei lernen mit allen Sinnen. „Unsere Auszubildenden arbeiten später mit Lebensmitteln und beraten Menschen zur Ernährung“, sagt sie. „Wenn sie hier auf dem Hof sehen, wie Kühe gehalten werden und wie aus Futter Milch entsteht, dann bleibt das viel stärker hängen als jeder Unterricht im Klassenraum.“

Kühe und das Klima

Sind die Kühe Klimasünder? Auch dieses wurde diskutiert, denn dieses Vorurteil hält sich hartnäckig - was ist dran? Landwirt Bernd Walkenhorst: „Natürlich verursachen Rinder Methan.“ Es entsteht bei der Verdauung. „Doch im Gegensatz zu fossilem Kohlendioxid (CO₂), was wir täglich in die Luft blasen und ewig in der Atmosphäre bleibt, zerfällt Methan innerhalb von etwa zehn bis zwölf Jahren“, erklärt er. Der Kreislauf beginne wieder von neuem. Das Methan wird in der Atmosphäre zu CO₂ abgebaut, dieses wiederum vom Gras aufgenommen – das die Kuh dann frisst. Das wiederhole sich immer wieder. „Zudem hat die Tierhaltung weltweit nicht zugenommen“, führt Walkenhorst aus.

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Schule für Diätassistenz

am Evangelischen Klinikum Bethel

 

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