Unentbehrlich

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Sicherheit geben – mit guter Pflege

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Nachrichten aus der Pflegeschule

Virtuelle Realität in der Pflegeausbildung

Die Pflegeschule des Evangelischen Klinikums Bethel setzt zukünftig Virtuelle Realität (VR) in der Ausbildung von Pflegekräften ein. Der Blick durch eine spezielle dreidimensionale Brille versetzt Auszubildende in Szenarien, die sie später in ihrem Berufsalltag meistern müssen. Den Anfang machen jetzt Lehrkräfte und Praxisanleitende, die lernen, neue virtuelle Lernumgebungen zu entwerfen.

„Ich stehe ja in unserem Demonstrationsraum!“, staunt Praxisanleiter Michael Kolbe. In Wahrheit befindet er sich in einem Klassenzimmer und trägt eine VR-Brille im Gesicht. In der virtuellen Realität – meist englisch mit Virtual Reality bezeichnet – nehmen Menschen mit Hilfe dieser Brille eine am Computer entworfene Realität so wahr, als seien sie tatsächlich dort. „Für die Pflegeausbildung schafft diese Technik ganz neue Möglichkeiten“, erklärt Petra Krause, Leiterin der Gesundheitsschulen am EvKB, zu der auch die Pflegeschule gehört. „Wir bekommen dadurch eine zusätzliche Lernumgebung, in der die Auszubildenden ihr Wissen anwenden können und in der sie vor allem auch Fehler machen dürfen.“

TV-Beitrag WDR Lokalzeit OWL

vom 11. Februar 2021

Ob die Lagerung von Patienten, der Umgang mit hilfebedürftigen Menschen oder die Blutabnahme – die Einsatzmöglichkeiten oder vielmehr die Szenarien scheinen grenzenlos. Jedes einzelne muss aber entworfen und virtuell erstellt werden. Um das umzusetzen werden Medienkompetenz und medienpädagogische Kompetenz benötigt. Die vermittelt ein Team aus Mitarbeitenden der Fachhochschule Bielefeld, der Universität Bielefeld und des Vereins Neue Wege des Lernens. „Ziel ist, dass Praxisanleitende und Lehrkräfte die Lernaufgaben in Tandems entwickeln“, erklärt Christiane Freese, eine von drei Projektleiterinnen an der FH Bielefeld. „Wir sind gespannt, welche Ideen die Lehrenden für die Themen ihrer Lernaufgaben mitbringen.“ Die fertiggestellten virtuellen Lernumgebungen werden von der FH Bielefeld im Internet zur Verfügung gestellt. So können unterschiedliche Bildungseinrichtungen voneinander profitieren. Judith Kreuziger, stellvertretende Leitung der Pflegeschule, freut sich darauf, die virtuelle Realität in der Ausbildung zur Realität werden zu lassen und damit junge Menschen zu begeistern. „Wir planen, VR noch in diesem Jahr in der Pflegeausbildung einzusetzen“, so Kreuziger.

Radiobeitrag von Antenne Bethel

vom 4. Februar 2021

Ermöglicht wird die Fortbildung durch das Verbundprojekt „Virtual Reality basierte Digital Reusable Learning Objects in der Pflege (ViRDiPA). Das wird innerhalb des Programms „Digitale Medien in der beruflichen Bildung von Gesundheitsberufen (DigiMed)“ für drei Jahre vom Bundesministerium für Bildung und Forschung sowie dem Europäischen Sozialfonds gefördert.


Vorhang auf für Pflegekräfte: Examen in die Neue Schmiede verlegt

97 zukünftige Pflegekräfte der Gesundheitsschulen am Evangelischen Klinikum Bethel (EvKB) haben jetzt ihre schriftlichen Prüfungen abgelegt - nicht im Klassenzimmer, sondern im Kultur- und Freizeitzentrum „Neue Schmiede“. Der große Saal mit Bühne für Musik und Kabarett bietet genug Platz für geregelte Prüfungsbedingungen und ausreichend Abstand. Die Pflegeausbildung boomt derzeit. In diesem Jahr sind bereits alle Kurse ausgebucht und für den Ausbildungsbeginn 1. März 2021 kann man sich schon jetzt in der Pflegeschule bewerben.

Vielfalt ist das Motto im Kulturzentrum „Neue Schmiede“ in Bethel. Von Folk bis Volksmusik, von Disco bis Kabarett und neuerdings ist der große Saal auch als Prüfungsraum bestens zu gebrauchen. „Während der Corona-Pandemie mussten und müssen wir sehr kreativ sein, um die Organisation der Examen sicher zu arrangieren“, berichtet Petra Krause, Leiterin der Gesundheitsschulen am EvKB, zu der auch die
Pflegeschule gehört. 

Lehrende der Gesundheitsschulen waren mit Maßband unterwegs, um eine Tischordnung nach Coronamaßstäben hinzubekommen. „Wir haben im großen Saal in der Neuen Schmiede 53 Auszubildende untergebracht, und jeweils 22 Auszubildende in einem Klassenraum in den Gesundheitsschulen und in einem Seminarraum im EvKB“, beschreibt Günther Weihsbach, stellv. Schulleiter der Pflegeschule, die etwas andere Prüfungssituation. Jeder Prüfling hatte für drei Tage seinen festen Platz, weit genug vom nächsten entfernt. Ganz erhoben auf der Bühne, wo sonst Stars und Sternchen auftreten, saßen zwei
Lehrende als Aufsichtspersonen. Masken mussten direkt während des Schreibens nicht getragen werden. „Aber sowie einer mal raus muss, heißt es: Masken auf!“, so Weihsbach.

Ohne Smartphone und Pad stand für die die Auszubildenden am letzten Tag des schriftlichen Examens das Thema Pflege unter rechtlichen, wirtschaftlichen und ökologischen Aspekten auf dem Programm. Leicht ist anders, darüber waren sich nach exakt 120 Minuten reiner Schreibzeit alle einig. Die dreiteilige Prüfung, die aus dem schriftlichen, praktischen und mündlichen Teil besteht, ist anspruchsvoll. Dennoch sind die nächsten Kurse, die im August und Oktober beginnen, bereits ausgebucht. „Wer in die Ausbildung zu diesem spannenden Beruf einsteigen möchte, der kann sich ab sofort für den März 2021 bewerben“, so Petra Krause.

Im August sind die 97 aus den Abschlussklassen dann endgültig fertig. Wer patzt, bekommt eine weitere Chance, einen Beruf mit besten Aussichten auszuüben. Rund 70 Prozent werden vom Fleck weg für das EvKB engagiert, von den restlichen 30 Prozent gehen einige Pflegekräfte ins Studium oder haben Zusagen von anderen Krankenhäusern.